2015: Raumkonzept 3Land

Das Büro LIN aus Berlin und Paris wurde November 2013 beauftragt, ein Raumkonzept 3Land zu erarbeiten. Dieses Raumkonzept stellt verschiedene Möglichkeiten der Entwicklung dar. Es betrachtet das Entwicklungsgebiet als Ganzes und prüft, wo welche Nutzungen am sinnvollsten sind. Schwerpunkte bilden dabei die Themen Natur und Landschaft, Mobilität, Nutzungen und Städtebau.
Das Ergebnis der Studie, wurde 2015 in einer Wanderausstellung in den drei Städten Basel, Weil am Rhein und Huningue vorgestellt. Umrahmt wurde die Ausstellung von zahlreichen Begleitveranstaltungen, in denen das Raumkonzept mit der interessierten Öffentlichkeit diskutiert wurde. In einer Befragung konnten die Besucherinnen und Besucher ihre Meinung und Anregungen zum Raumkonzept äussern. Die Auswertung der Befragung ist Teil der vollständigen Dokumentation des Raumkonzepts 3Land.

Einige Auszüge aus den Vorschlägen des Büro LIN:

1. Lebensraum Rhein – Verbindung und Zentrum

Alle Uferbereiche sollen für FussgängerInnen und FahrradfahrerInnen öffentlich zugänglich werden.

Am Wasser sollen neue Freizeitnutzungen entstehen.

Der Canal de Huningue und der Landschaftspark Wiese sollen stärker an den Rhein angebunden werden.

Ziel ist eine bessere Vernetzung der bestehenden Grünräume.

Lebensraum Rhein / Ausstellungskatalog S. 8
Lebensraum Rhein

 

 

 

2. Drei neue multifunktionale Landschaftsräume

In Huningue

könnte der ehemalige Steinbruch zu einem urbanen Park umgestaltet werden.

In Weil am Rhein

könnte entlang der Grenze und unter der Autobahn ein neuer grüner Korridor entstehen.

In Basel

könnten Fläche der ehemaligen Gleisanlagen als zentraler Freiraum genutzt werden.

Da die Rahmenbedingungen und politischen Zielsetzungen noch nicht geklärt sind, arbeitet das Raumkonzept mit drei Szenarien: Szenario Park, Szenario Altrheinlauf und Szenario Halbinsel. Alle drei Szenarien beinhalten die wesentlichen Kernelemente: ein grosszügiger Freiraum mit und ohne Wasserlauf oder -becken im heutigen Gleisbereich, ein Park als südlicher Auftakt des Klybeckquais, grüne öffentliche Rheinufer und gute Wegeverbindungen in die bestehenden Quartiere und ins benachbarte 3Land.

Grünräume / Ausstellungskatalog S.9
Grünräume mit Rheinanschluss

3. Drei neue Brücken

Drei neue Brücken sollen das Entwicklungsgebiet besser miteinander verbinden. Vorgeschlagen werden keine neuen Autobrücken, sondern Brücken für FussgängerInnen und FahrradfahrerInnen und eine Brücke für den Öffentlichen Verkehr:

Verbindung CH-FR: Zur Anbindung von Basel über den Rhein an Huningue (primär für ÖPNV, FussgängerInnen, FahrradfahrerInnen)(s. Verkehrsstudie)

Verbindung CH-DE: Verbindung am Dreiländereck von Basel nach Weil am Rhein / Friedlingen (für FussgängerInnen, FahrradfahrerInnen))

Verbindung CH-CH:Eine Brücke für FussgängerInnen und FahrradfahrerInnen), mit der die neu zu öffnenden Rheinufer auf der Seite St. Johann und Klybeck verbunden werden. Die Lage der Brücke hängt stark von der Ausgestaltung des neuen Hafenquartiers ab (s. Szenarien).

Brücken / Ausstellungskatalog S. 18
Brücken verbinden

4. X-Schema für Mobilität

Ideen zur Entwicklung und Planung der grenzüberschreitenden Mobilität und des grenzüberschreitenden Verkehrs.

Geplant ist eine Brücke zwischen der Schweiz und Frankreich (Höhe Klybeck) primär für den ÖV, Fuss- und Fahrradverkehr.

Es entstehen multimodale Korridore parallel zum Ufer. Der Knotenpunkt ist auf der Höhe der Brücke zwischen CH-FR. Bestehende Tramlinien sollen verlängert werden.

Die Uferbereiche sind autofrei.

Mobilität / Ausstellungskatalog S. 11
Ein dichtes Netz für den öffentlichen Verkehr

5. Drei komplementäre Entwicklungsprogramme

Urbanes Vis-à-Vis zwischen Huningue und Basel mit Schwerpunkt Wohnen und Arbeiten (Huningue: Bildungscampus, Neue Industrien / Basel: Wohn- und Mischnutzungen).

Vis-à-Vis über den Rhein zwischen Huningue und Weil am Rhein
(Weil am Rhein: Wohnen, Freizeitnutzungen / Huningue: Wohnen, Freizeitnutzungen, Hotel).

Campus Labor Huningue (zwischen Rhein und ehemaligem Steinbruch): Bildung (Schwerpunkt Sprachen), Forschung, neue Industrien.

Nutzungen / Ausstellungskatalog S. 14
Ein trinationaler Bildungscampus

Nutzungen / Ausstellungskatalog S. 15
Urbanes Vis-à-Vis: Wohnen und Arbeiten

Nutzungen /Ausstellungskatalog S. 16
Vis-à-Vis über den Rhein: Wohnen/Freizeit

6.   Dialog/Feedback/Miteinander ins Gespräch kommen

Das Projekt 3Land stellt eine grosse Herausforderung dar, denn es sollen die Erwartungen von heute berücksichtigt und zugleich die Bedürfnisse von morgen antizipiert werden. Daher ist es der IBA Basel 2020 und den drei Städten Weil am Rhein, Huningue und Basel ein grosses Anliegen, mit der Bevölkerung, mit Grundeigentümern und weiteren Akteuren über diese generationenübergreifende Raumplanung ins Gespräch zu kommen.

Während der Ausstellung zum Raumkonzept 3Land in Weil am Rhein, Basel und Huningue fanden eine Befragung und Begleitveranstaltungen statt. Die Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit wurden ausgewertet und liegen in Form einer separaten Broschüre vor.

Die Begleitveranstaltungen während der Ausstellung zum Raumkonzept 3Land in den drei Städten Weil am Rhein, Huningue und Basel waren ein grosser Erfolg. Alle Termine waren ausgebucht.

 

Die Vollständige Studie finden Sie auch unter DOWNLOADS

Interviews | Atlas | Vision | Strategie | Synthese | Feedback

 

2018: Verkehrsstudie

Mit der 3Land-Entwicklung sollen Wohnraum und Arbeitsplätze für rund 20‘000 Personen entstehen. Um im 3Land eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität zu ermöglichen, werden Siedlungs- und Verkehrsentwicklung genau aufeinander abgestimmt. Die Planungspartner fördern prioritär Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr.

2018 konnte eine trinationale Verkehrsstudie abgeschlossen werden. Die Studie zeigt auf, dass eine hochwertige und nachhaltige Entwicklung des 3Lands gut möglich ist und genügend Handlungsspielraum für die Zukunft lässt. Aus der Studie geht klar hervor, dass dafür stark auf die bestehende Infrastruktur aufgebaut werden muss. Eine Verstärkung und die Verknüpfung heutiger Knotenpunkte ist notwendig – dies primär im öffentlichen Verkehr.

Auch für den Autoverkehr sind Infrastrukturen angedacht, wie etwa neue Park&Ride-Anlagen.

Eine neue Rheinbrücke zwischen Huningue und Basel stellt das zentrale Element für den ÖV sowie den Fuss- und Veloverkehr dar. Sie ermöglicht eine optimale Erschliessung der Entwicklungsgebiete und der neuen öffentlichen Räume. Kurze Wege und die Vernetzung der Quartiere mit den Knotenpunkten aller Länder sind entscheidend für einen attraktiven ÖV.

Die Studie wurde voneinem interdisziplinären Team (Kontextplan AG zusammen mit van de Wetering Atelier für Städtebau, Rapp Trans AG und Rapp Infra AG) erstellt.

 

2019: Kriterienkatalog

Mit dem Kriterienkatalog werden die Rahmenbedingungen definiert, für die Schaffung und Einführung eines Zertifikats für nachhaltiges Entwickeln und Bauen:

„nachhaltiges 3LAND durable“: ein Zertifikat mit Mehrwert

„nachhaltiges 3LAND durable“ ist ein Zertifikat, das von den drei Städten Basel (CH), Weil am Rhein (D) und Huningue (F) zusammen vergeben wird. Mit dem Zertifikat werden Areale, Wohn- und Geschäftsgebäude sowie Grün- und Freiräume im Entwicklungsgebiet 3Land ausgezeichnet, welche sich an die Richtlinien für ein nachhaltiges Bauen halten und sechs definierte übergeordnete Ziele anstreben. Dabei wird erstmals ein Label entwickelt, das sich an private und gemeinnützige Investoren, GrundeigentümerInnen in den drei Ländern und die drei beteiligten Städte richtet.

Das Zertifikat ist zukunftsweisend, grenzüberschreitend und soll bestehende länderspezifische Standards übertreffen.

 

Freiraum- und Naturschutzkonzept

In einem  Freiraum- und Naturschutzkonzept wird die Landschaft in einen trinationalen Zusammenhang gebracht, Lücken geschlossen und erste Massnahmen aufgezeigt – ein Thema, das von der Bevölkerung im Dreiländereck im Rahmen einer Umfrage im Sommer 2015 häufig genannt wurde. Hierbei werden Handlungsanweisungen für zukünftige Verfahren vorgeschlagen, in denen der Naturschutz und der Freiraum integral und abgestimmt auf die zukünftige Stadtentwicklung betrachtet werden.

Aufbauend auf einer Bestandsanalyse der vorhandenen Natur- und Freiräume im 3Land, werden diese Ergebnisse in ein Konzept überführt und erste Maßnahmen daraus abgeleitet. Hierbei steht der Rhein im Zentrum und wird mit neuen Verbindungen und Zugänglichkeiten, neuen Aufenthaltsflächen mit diversen Nutzungsangeboten und einem geschlossenen Biotopverbund ergänzt. Das Konzept ist in Bearbeitung.

 

Vis-à-Vis Weil am Rhein/Huningue

Die Städte Weil am Rhein und Huningue verbindet eine der ältesten deutsch-französischen Städtepartnerschaften, die bereits vor Abschluss des Elysee-Vertrages geschlossen wurde. Der Bau und die Einweihung der Dreiländerbrücke im Jahr 2007 war ein bedeutender Meilenstein für die Partnerschaft. Die große Erfolgsgeschichte der Brücke soll nun mit der gemeinsamen Rheinufergestaltung fortgeschrieben werden. Das Rheinufer bietet für beide Städte große Potentiale für verschiedene Nutzungen. Durch die Hafennutzung war eine Nutzung des Ufers für die Bevölkerung lange Zeit gar nicht möglich. Durch Umstrukturierungen ergeben sich jetzt neue Möglichkeiten. Auf beiden Seiten des Rheins wird der Uferbereich neu gestaltet und zugänglich gemacht. In Huningue entsteht darüber hinaus ein architektonisch anspruchsvolles Stadtviertel, das der neue Weg vernetzt. Auf Weiler Seite wird der angrenzende Rheinpark umgestaltet und erheblich erweitert. Die Neugestaltung der Rheinuferbereiche wird außerdem verbunden mit dem bereits fertig gestellten Radweg (voie vert) entlang des Rheins, der von der Basler Innenstadt bis nach Huningue führt.