Station 8: Die Häfen im Wandel der Zeit

Die Rheinhäfen in allen drei Ländern prägen das 3Land-Projektgebiet. Die Anbindung an das Meer über den Rhein als Transportweg für die Versorgung der Länder war und ist noch heute wichtig. Doch auch die Hafenaktivitäten unterliegen dem Strukturwandel und verändern sich.

Der Rheinhafen in Weil am Rhein in den 1930er Jahren ©Unbekannt/Quelle: Stadtarchiv Weil am Rhein

Der Rhein ist seit der Antike ein wichtiger Transportweg zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer. Auf dem Rhein wurde gerudert, gesegelt, gestakt und getreidelt und bis ins 19. Jahrhundert hinein auch Flösserei betrieben. Im 19. Jahrhundert wurde der Oberrhein begradigt und in ein festes Bett gezwungen, wodurch sich seine Strömungsgeschwindigkeit steigerte. Dies erschwerte die Schifffahrt enorm und der Abschnitt zwischen Strassburg und Basel galt deshalb für die modernen grossen Motorschiffe als unpassierbar. Erst seit dem 20. Jahrhundert kann der Rhein mit Frachtschiffen bis Basel befahren werden.

Der erste Hafen Basels wurde 1911 im St. Johann in Betrieb genommen. Diese Hafenanlage wurde 2010 stillgelegt. Erst 1919 wurde mit dem Bau des heutigen Rheinhafens in Kleinhüningen (Hafenbecken I) begonnen. 1922 legte hier der erste Schlepper an. 1935 wurde der Weiler Rheinhafen in Betrieb genommen.

Das Basler Hafenbecken II wurde zwischen 1936 und 1939 im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprojektes des «Basler Arbeitsrappens» von Hand ausgehoben. Das Aushubmaterial fand für die Aufschüttung der Stehrampen des Basler Fussballstadions St. Jakob Verwendung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Hafenbecken II in Betrieb genommen. Zwischen 1937 und 1940 wurden zudem in Birsfelden und Muttenz Hafenanlagen gebaut. Nach 1950 nahm der Hafen in Huningue seinen Betrieb auf.

Imagefilm des Hafens Mulhouse

Die Schifffahrt war bis in die 1950er Jahre sehr stark vom Wasserstand abhängig. Vor allem bei Niedrigwasser konnte manchmal tage- oder wochenlang nicht gefahren werden. Das änderte sich, als in Frankreich 1950 der Grand Canal d'Alsace (Rheinseitenkanal) angelegt wurde. Seither ist der Oberrhein, ausgenommen bei Hochwasser, weitgehend unabhängig vom Wasserstand schiffbar.

Drohnenflug über das Hafenbecken 2

Imagefilm der Schweizerischen Rheinhäfen

2007 wurden die drei Rheinhäfen von Basel, Birsfelden und Muttenz zu den «Schweizerischen Rheinhäfen» zusammengeführt. Der rechtliche Sitz der Gesellschaft ist Birsfelden, die Direktion hat ihren Sitz in Basel.

Rheinhafen Basel ©Daniel Spehr

Die Hafenstruktur verändert sich

Mit der zunehmenden Verlagerung des Gütertransportes von Stück- und Schüttgut zur Containerlogistik verändert sich die Hafenstruktur in allen drei Ländern. Die Hafenanlagen von Weil am Rhein und Huningue wurden nach Norden verlagert, wodurch grosse Flächen zur Umnutzung frei wurden. Mit dem geplanten Containerterminal in Basel und dem neuen Hafenbecken III wird die Rheinschifffahrt direkt an das Schienennetz des Nord-Südkorridors (NEAT) und an die Autobahn angeschlossen. Der direkte Schiff-Bahn-Verlad ist entscheidend, um den Containerverkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern

Das Hafensilo Kleinhüningen des Architekten Hans Bernoulli ©Daniel Spehr

Das Getreidesilo im Kleinhüniger Hafen

Von 1923 bis 1926 baute der Architekt Hans Bernoulli zusammen mit dem Ingenieur Oskar Bosshardt das erste Getreidesilo im Kleinhüniger Hafen. Bei dem Gebäude handelt es sich um Betonsilo mit Nacktsteinmantel. Die Backsteinhülle dient sowohl der Isolation, wie auch der Ästhetik und spiegelt den damaligen Zeitgeist, Nutzbauten mit historisierenden Hüllen zu umgeben.

Über einen Aussenlift war auch die Aussichtsplattform zugänglich. Ursprünglich für eine Ausstellung konzipiert, diente sie im Zweiten Weltkrieg als Fliegerbeobachtungsposten für die Schweizer Armee. Später wurde ein innenliegender Lift eingebaut. Nach über 80 Jahren drohte die Terrasse einzustürzen. 2006 wurde sie renoviert. Die Terrasse kann heute noch immer besucht werden (über das Museum Verkehrsdrehscheibe Schweiz).

Das Silo verfügt über 105 Silozellen sowie 20 Schüttböden und hat ein Volumen von ca. 14‘200 m3. Es bietet Platz für knapp 11‘000 Tonnen Getreide wie Hafer, Weizen, Sojabohnen, Gerste und Roggen.

Weiterführende Links

Der Seemanns-Chor «Störtebekers»

Der Seemanns-Chor «Störtebekers» wurde im Jahr 1962 gegründet. Zurzeit besteht er aus 18 Sängern und 2 Akkordeonistinnen, welche altüberlieferte Shanties und Seemannslieder singen.